User  Pass   
 | Home  | News | Über uns | Zeiten & Preise | Angebot | Gastronomie | Spielplatz | Veranstaltungen | Zooschule | Artenschutz | Wissen | Kontakt | Impressum


Winterschlaf? Langweilig!

 

Wie ihre nächsten Verwandten, die Murmeltiere, sollten auch Präriehunde

eigentlich Winterschlaf halten. Entsprechend freuten sich auch die Pfleger

im Vogelpark Heiligenkirchen: Mindestens 3 Monate lang könne man sich

die Zeit für die Zubereitung des Präriehundfutters sparen, da sie sowieso

nur "vollgefressen" im Bau liegend das Frühjahr abwartenwürden. Zu früh

gefreut: Auch nach den starken Schneefällen Ende November denken die

Präriehunde noch gar nicht an Winterschlaf. Noch immer erscheinen sie

tagtäglich an der Oberfläche und toben im Schnee. Ein Blick ins Fachbuch

erklärt das Phänomen: Gerade unsere Präriehundart, der sogenannte

"Schwarzschwanzpräriehund", verlässt auch in seiner nordamerikanischen

Heimat während der winterlichen Ruhephase gerne mal seinen Bau, um im

Schnee zu buddeln. Sobald die Präriehunde ihren ersten Schneemann

gebaut haben, werden wir Sie an dieser Stelle darüber informieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Präriehunde im Schnee


Papageien müssen abspecken.


 

Angehende Tierärzte informieren sich im Vogelpark

 

Detmold-Heiligenkirchen. „Wenn wir Vögel auf Diät setzen, dürfen nur

unsere männlichen Mitarbeiter sie füttern, bei den Frauen bricht der

Mutterinstinkt durch;  die geben ihnen doch immer etwas mehr.“

 

Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Eckstein berichtet 68 Studentinnen

und Studenten der Veterinär-Medizin der Universität Leipzig aus dem Alltag im Vogelpark Heiligenkirchen.

Dass Papageien, Amazonen, Aras oder Kakadus bei ihm abspecken müssen, kommt häufiger vor. Private

Vogelhalter liefern oft ziemlich traurige Flattermänner ab. Apathisch hocken sie auf  der Stange:

Federfresser, mit völlig nacktem Bauch.

Bei uns landen sie zunächst in Quarantäne, damit sie keine Krankheiten einschleppen. Außerdem müssen sie

schlank werden, um fliegen zu können. Erst nach einigen Wochen setzen wir sie unter genauer Beobachtung mit

ihren Artgenossen zusammen. Soviel Bewegungsfreiheit, wie unsere große Südamerika-Freiflugvoliere bietet,

bereitet Wohnzimmer-Vögelnanfangs Probleme. “ In ihrer ursprünglichen Heimat ernährten sich die verschiedenen

Arten hauptsächlich von Obst und Grünzeug, und dieses werde ihnen im Vogelpark vorrangig angeboten. Mehr als

ein Esslöffel Körnerfutter pro Tag und Vogel sei von Übel, denn sie pickten dann nur die leckeren Dickmacher

heraus: Nüsse und Sonnenblumenkerne. Der gesundere Rest bleibe liegen. Der Tierarzt-Nachwuchs hört genau

zu, was der anerkannte  Fachmann bei einem Rundgang  über Aufzucht und Haltung der Tiere berichtet.

 

Im väterlichen Vogelpark ist der 49jährige aufgewachsen und nach einer Zahntechnikerausbildung nun seit 30

Jahren hauptamtlich tätig, wie er seinen Besuchern erzählt. Dafür, dass sie mit demBus von Leipzig nach

Heiligenkirchen gefahren sind, um dort hinter die Kulissen schauen, zeichnet Dr. Maria-Elisabeth Krautwald-

Junghans verantwortlich: Professorin für Vogelkrankheiten, früher in Gießen und heute in Sachsen lehrend.

Mit dabei ist auch Professor Dr. Karsten Fehlhaber, der Dekan der Fakultät. Warum Heiligenkirchen?

Der Vogelpark in der lippischen Schweiz sei gut geführt und die Tiere würden „optimal“ gehalten, betont die

Professorin. Außerdem seien alle Informationen am lebenden Objekt gut nachzuvollziehen. Das bewirke bei den

jungen Leuten mehr als jede Vorlesung. Sie selbst habe auch gerade wieder etwas dazu gelernt. Diese

Feststellung bezieht sich auf die Ecksteinschen Tipps zur Handaufzucht von Papageien. „Nein, mit der bei

jungen Graupapageien oft auftretenden Rachitis haben wir keine Probleme “, versichert der. Auf seinen Hinweis

habe der Forschungsfachmann eines Futtermittelherstellers eine besondere Mischung entwickelt, die gemahlen

und mit Kümmeltee zubereitet werde. Der sei nicht nur bei Babys, sondern auch bei Vogelkindern gut für die

Verdauung. Eckstein: „Kleine Wellensittiche groß zu ziehen, ist übrigens besonders aufwändig. Die ersten Wochen

müssen sie von 6 und 23 Uhr alle zwei Stunden mit dem Löffel gefüttert werden.“ Der Vogelpark mache das

dennoch, weil viele Kinder zu Hause einen Wellensittich haben und sehen sollten, wie diese Nesthocker zu Beginn

ihres Lebens aussehen.

 

Und dann für die späteren Veterinäre ein Sicherheitstipp: „Beim Einfangen  afrikanischer Sattelstörchen immer

zuerst den Schnabel zu packen, denn der ist spitz wie ein Dolch.“ Damit könnten die Tiere dem Fänger sonst ein

Auge aushacken oder den Arm brechen. „Schnabel zuerst“ gelte ebenso für die Marabus mit ihrer

Flügelspannbreite von bis zu drei Metern.

 

Nachdem die Besucher mit sichtlichem Vergnügen die zahmen Papageien und Kakadus gekrault haben,

steht für sie weiterer Anschauungsunterricht auf dem Programm: in der Adlerwarte Berlebeck.

Der Vogelpark bleibt vorerst weiter geöffnet – bis zum ersten stärkeren Frosteinbruch.